Es war einmal eine Katze
Es war ein schöner Spätsommertag, als sich meine Mutter wieder einmal über ihre Nachbarskatze beschwerte. Schon öfters erzählte sie mir von dem Unvieh, das ihre frisch gesetzten Tulpenzwiebeln aus den Blumenbeeten buddelte, ihr auf die Fußabstreifer urinierte und sogar „wohlriechende“ Häufchen darauf hinterließ.
Sie werden sagen, so etwas tut doch keine Katze, die im Garten genügend Platz zum Vergraben ihrer Notdurft hat. Stimmt, es ist ein absolut artfremdes Verhalten, aber offenbar wusste Nachbarskatze das nicht. Vielleicht war aber das Hinterlassen ihrer Ausscheidungen auch als eine Art Geschenk an meine Mutter gedacht. Immer wieder, besonders, wenn sie gerade versehentlich in solch ein Häufchen getreten war, hörte ich meine Mutter wilde Verwünschungen ausstoßen, warum ihre Tierliebe auf eine derart harte Probe gestellt würde. Denn um im Vorhinein noch klarzustellen, meine Mutter hatte selbst schon Katzen und Hunde, die sie immer liebevoll versorgte, wenn nicht verwöhnte.
Letztens war es dann soweit. Nachbarskatze hatte wieder einmal im Gartenzimmer genächtigt und dort auf dem Sofa ein Häufchen hinterlassen, als mir meine Mutter in ohnmächtiger Verzweiflung von Schrotflinten, Rattengift und dem Aussetzen der Katze auf einem weit entfernten Bauernhof erzählte. Ich erschrak bei dem Gedanken, doch letzterer Vorschlag schien mir noch am humansten, weshalb ich die Initiative ergriff, damit es der Katze, aber vor allem auch meiner Mutter wieder gut ging.
Das „Monster“ einzufangen war kein Problem, schnurrend kam sie zu mir, als ich ihr ein Schälchen mit Fressen hinhielt. Wir steckten sie in den Tragekorb unserer verstorbenen Katze - sie starb mit 19 Jahren an Altersschwäche, möchte ich nur erwähnt haben, um alle möglichen Spekulationen im Keim zu ersticken – und fuhren sie zu einem netten, kleinen Dörfchen, sonnig und fernab von Verkehrsstraßen, wo wir sie ausließen. Es gab dort drei Bauernhöfe mit sicherlich gut bestückten Mäusekolonien und etlichen Milchkühen. Diese Vorstellung half uns dabei, unser schlechtes Gewissen und die aufkommenden Zweifel zu unterdrücken. Es würde ihr hier gut gehen!
Ein paar Tage später, als ich meine Mutter besuchte, bemerkte ich vor dem Hauseingang einen beißenden Geruch. Ich sah zu Boden und da war es… ein Läckchen! Verzweifelt ging ich zu meiner Mutter hinauf: „Mama, es war die falsche Katze!“ Sie konnte es kaum glauben. Sie hatte sie doch selbst beim Zwiebeln ausbuddeln und aus dem Gartenzimmer laufen gesehen. Wir schämten uns und bedauerten unsere Tat noch mehr. Ganz schön viel schlechtes Karma umsonst gesammelt, was?
Aber schon bald hörten die Läckchen auf und es herrschte wieder Ordnung in Haus und Hof. Von nun an sahen wir hin und wieder eine fremde Katze erhobenen Hauptes durch den Garten streifen. Anscheinend hatte sie den Rivalitätskampf um ihr Gehege gewonnen.
















Liebe Ella, ich bin entsetzt!! *ggg*
…ehrlichgesagt hab ich mir schlimmeres vorgestellt…*hihi*
Lg, J.