Frauengespräche
Dass Frauen gern und viel reden, ist, glaube ich, weitgehend bekannt. Und auch wenn ich die Laster „Shoppen“ und „Kochrezepte“ nicht unbedingt teile, so zähle ich mich doch zu den Quasseltanten dazu. Eine gediegene Atmosphäre, ein wenig Alkohol, um die Zunge zu lockern und schon kann es losgehen. So hat es sich auch ergeben, dass ich jetzt jeden Donnerstag Teil einer Frauen-Stammtischrunde bin. Alles nette Mädels und total bunt zusammen gewürfelt. Zwei bis drei Männer – immer dieselben – sind auch meist dabei. Obwohl ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich sie als Frauen oder Frauenversteher einordnen soll? Mit geschärftem Blick und etwas Verstand könnten sie zumindest so einiges über Frauen lernen.
Wie auch immer, in der Donnerstagrunde zähle ich eher zum älteren Semester. Irgendwie unheimlich, aber auch erfrischend. Man bekommt sofort das Gefühl, die Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben. Da man sich noch nicht so gut kennt, laufen anfangs eher die Standardprogramme: Name, Alter, Beruf, Familienstand – gähn. Wie amüsant kann es da sein, wenn eine für die Entwicklung von Vibratoren zuständig ist. Einerseits bin ich heilfroh, dass die Wirtschaft dafür zumindest ein Mädel vorgesehen hat. Andererseits, wer weiß? Vielleicht wüsste gerade ein Mann besser, wie so ein Ding zu funktionieren hat? Jedenfalls gibt es tatsächlich Frauen, die diese Massagegeräte testen. Ich habe mir ihre Nummer geben lassen.
Bei dieser Einleitung kamen wir dann ziemlich schnell auf die diversesten Sexpraktiken zu sprechen, was am ersten Abend eher ungewöhnlich ist. Am ersten Abend wird es höchstens praktiziert.
Ganz anders geht es in meiner persönlichen Mädelsrunde zu. Da werden die Details schon genauer besprochen und analysiert. Und ich kann versichern, es geht trotzdem nicht ohne das eine „hihi“ und das andere „haha“ und ein paar roten Backen. Aber man erfährt sehr viel über die verschiedensten Vorlieben und Gewohnheiten. Die eine schaut beim Mann als allererstes auf die Hände. Und dann geht’s los: „Nein, ich schaue zuerst auf den Hintern. So ein richtig knackiger Po, was man mit dem alles anstellen könnte…“. Die andere zugleich: „Bei mir sind es die Augen, der Spiegel der Seele. Wenn er so tiefblaue Augen hat, könnte ich darin versinken“. Wieder eine andere klärt uns darüber auf, dass nichts schöner ist, als ein verzauberndes Lächeln. Ach ja, wir Frauen sind alle gleich!
Und als hätte ich nicht schon genug gequatscht, habe ich auch noch eine sogenannte Uni-Runde, die ich regelmäßig treffe. Hier zähle ich wiederrum zum jungen Gemüse, was ich auch sehr genieße. Da kann man blöde Fragen stellen und den Gegenüber dabei beobachten, wie er mühevoll versucht mir die Antwort zu erklären. „Verstehst jetzt?“. „Ja, danke“. Ähm, was hat er gesagt?
Immer sehr interessant, lehrreich und ein Ansporn. Leider treffe ich diese Runde nicht mehr so oft, seit ich zur „Persona non grata“ gekürt wurde. Und das, seitdem einer der Männer Vater geworden ist. Es ist nicht von mir, ich schwöre! Ich teste lieber Vibratoren.
















Ja, ja, die Frauenrunden! Sind schon eine tolle Sache, und meist sehr amüsant. Was mich natürlich interessieren würde: Was reden Männer, wenn sie unter sich sind? Ich sehe sie nur in den seltensten Fällen dumpf brütend vor sich hinstarren - und wenn, dann sind sie meist in einem Stadium, wo sie keine einigermaßen geraden Sätze mehr zusammenbringen. Ansonsten quasseln sie nicht weniger als wir Frauen. Nur: Worüber? Vielleicht verrät uns das einmal einer!