Hanna und die Welt der Politik

Hanna | Hannas Welt | Mittwoch, 03 September 2008
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Ich bin ein politischer Mensch. Mich interessiert Innenpolitik, Außenpolitik, Wirtschaftspolitik und Kulturpolitik. Und ich informiere mich über Fernsehen, Printmedien und Internet. Derzeit – so mein Eindruck – scheinen sich alle im Wahlkampf zu befinden. Aber ich will hier nicht über die bevorstehende Präsidentenwahl in Amerika oder über die kommenden Nationalratswahlen in Österreich sinnieren. Ich habe einen ganz anderen Wahlkampf im Kopf. Aber lassen Sie mich erzählen.

Seit vielen Jahren sind wir mit dem Ehepaar K. eng befreundet. Wir treffen uns zu gemeinsamen Wochenend-Unternehmungen. Wir waren auch schon zusammen auf Urlaub – öfter sogar. Und wie es halt bei befreundeten Ehepaaren so ist, Herr K. geht manchmal mit meinem lieben Mann auf ein Bier, und Frau K. ergänzt meine Damenrunde perfekt. Alles war immer harmonisch – zumindest hatte es den Anschein. Vor einigen Monaten nun ließen sich die beiden scheiden. Es gab einen kurzen, aber heftigen Rosenkrieg. Danach gab es keine gemeinsamen Unternehmungen mehr, aber Herr K. ging weiterhin mit meinem lieben Mann auf ein Bier, während Frau K. meine Damenrunde mit den Details ihrer unglücklich verlaufenen Ehe konfrontierte.

Vor drei Wochen ist es passiert: Mein Mann lud mich zu unserem Lieblingsitaliener ein, das Essen war ausgezeichnet, und wir waren auch schon fast fertig, als Herr K. das Restaurant betrat – mit seiner Neuen. Unsensibel, wie Männer oft sind, steuerte er sofort unseren Tisch an und stellte uns Frau M. vor. Da ich wusste, dass Frau M. der Scheidungsgrund war, konnte ich mich einer gewissen Aversion nicht verwehren. (Sie wissen doch sicher: Ehefrauen halten in solchen Situationen eisern zusammen.) Doch je länger der Abend dauerte, desto netter fand ich Frau M. Sie tat aber auch wirklich alles, um meine Sympathien zu gewinnen. Sie teilt meinen Musikgeschmack, sie hat die selben Lieblingsautoren, sie lacht über meinen Humor (und ich über ihren) – kurz: ich musste feststellen, wir liegen einfach auf der gleichen Wellenlänge. Was lag näher, als eine Verabredung für das kommende Wochenende zu treffen. Es hätte ein sehr entspannter Tag werden können, wäre uns nicht zufällig Frau K. über den Weg gelaufen – die Welt ist ein Dorf! Wenn Blicke töten könnten, ich wäre auf der Stelle umgefallen. Mir wurde sofort klar: Ich bin eine Verräterin.

Noch am gleichen Abend rief Frau K. mich an und wollte mit mir reden. Ich wusste, dass ein Ausweichen sinnlos gewesen wäre. Mein Ruf in der Damenrunde stand auf dem Spiel. Was das alles mit dem Thema Wahlkampf zu tun hat, wollen Sie wissen? Ich erkläre es Ihnen nächste Woche, versprochen.

Hier geht es weiter.

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