Hannas Geruchssinn
Ich hab’s Ihnen ja gesagt. Ich werde Sie weiter mit meinen Problemen belästigen. Immer und immer wieder. Heute geht es um den Geruchssinn, der bei mir besonders gut ausgeprägt zu sein scheint. Kennen Sie das? Sie sitzen in geselliger Runde in einem gemütlichen Lokal. Die Bedienung ist freundlich und kennt genau Ihre Sorte Weißwein – nichts deutet auf einen hinterhältigen Anschlag hin, und doch lässt sich das Unheil nicht vermeiden. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich muss spätestens beim zweiten Glas auf die Toilette. Ich hab es auch schon mit Rotwein probiert, auch mit einem Getränk mit klingendem italienischem Namen, das üble Laune zur Hölle schicken soll, es ist immer das Gleiche. Ich kenne den Weg. Der Raum ist sauber, da ist nichts zu meckern, aber kaum habe ich die Türe geschlossen und mich auf die Klobrille gesetzt, passiert es: Ein leises „Pff“ von dem kleinen Kasten, der diskret rechts über der Türe montiert ist – und ich werde mit einem Duft besprüht, der garantiert nicht Chanel No.5 ist. Warum bitte glauben die Hersteller dieses Gerätes, dass ich das nötig habe? Sollen die ihre Düfte verbreiten, wenn ich draußen bin! Oder zumindest eine Note verwenden, die sich mit meinem eigenen gar nicht so billigen Duftwasser schlägt.
Neulich kam meine liebe Freundin C., deren ruhiges, sanftes Wesen für gewöhnlich nichts so schnell erschüttern kann, mit bös gerunzelten Stirnfalten von der Toilette zurück. „Ich hasse dieses Geräusch, und ich hasse diesen Geruch, warum machen die das?“, sprudelt es aus ihr hervor. Ja, warum nur? Wir bestellen zwei Gläser dieses Getränks mit dem klingenden, italienischen Namen, das üble Laune zur Hölle schicken soll.















Hallo Hanna, da du (ich darf dich duzen, ich bin auch Hundehalterin und überzeugter Single, also sind wir Leidensgenossinnen) offensichtlich auch Probleme mit diesen fiesen kleinen Dingern auf öffentlichen Toiletten hast (wie heißen diese Teufelsdinge eigentlich???) möchte ich dich darauf hinweisen, dass mir, und auch sicherlich vielen anderen, diese Dinger weitaus weniger Schwierigkeiten machen als diese absolut überflüssigen Sensoren, die das Händewaschen im Anschluss oft unmöglich machen. Kurzlich war ich auf einer Autobahnraststation auf so einer öffentlichen Toilettenanlage. Da sah ich zwei Frauen, mit mir gemeinsam in späterer Folge drei, die verzweifelt mit hren Händen unter diesen Sensoren hin und her fuchtelten um vielleicht doch noch den einen oder anderen Tropfen Wasser aus diesem doofen Wasserhahn herauszuholen.
Liebe Martina, schön, dass du meine wöchentliche Kolumne entdeckt hast. Ich freue mich über deine beiden Kommentare, auch wenn du natürlich meinen Traum von der Ehrenrettung der Österreichischen Nationalelf platzen ließest.
Aber was soll’s, war ja nur ein Traum.
Deine Anregung mit den Sensoren, die das Händewaschen erschweren, ist super. Ich werde mich gleich einmal bei meinen Freundinnen umhören. Ich persönlich hatte mit diesen Dingern eigentlich nie Probleme - und das obwohl ich sonst technisch eher ein “Nackerpatzl” bin (aber das wirst du als aufmerksame Leserin ja schon bemerkt haben). Aber ein kleiner Tipp so von Hundehalterin zu Hundehalterin: Ich hab immer Feuchtreinigungstücher dabei - die tun’s im Notfall auch. Würde mich freuen, wieder einmal von dir zu lesen.
Liebe Grüße
Hanna